Alte Apfelsorten sind verträglicher

Mag. Dina Elmani 7. Oktober 2011 Kommentare deaktiviert
Alte Apfelsorten sind verträglicher

An apple a day keeps the doctor away – nicht jedoch bei Allergien auf die beliebtesten heimischen Vitaminspender. Dann verursacht der Genuss von einem Apfel vielmehr Kribbeln am Gaumen, Bläschen auf der Zunge oder Juckreiz. Eine gute Nachricht gibt es jetzt für Allergiker, die auf ihre tägliche Apfelration nicht verzichten wollen: alte Apfelsorten verträgt der Körper weitaus besser. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) startete daher eine Initiative, um diesem Phänomen auf die Schliche zu kommen.

Erfahrungswissen von Allergikern sammeln

In Lemgo hat sich der Bund für Umwelt- und Naturschutz zu einem Projekt entschlossen, um das Erfahrungswissen von Apfel- und Kreuzallergikern zu sammeln. Die Idee entstand, als die Apfelallergikerin Christine Tippelt, zufällig mit Willi Hennebrüder von der Lemgoer Ortsgruppe über ihre Beschwerden sprach. Bei ihr zeigten sich nach der zweiten Schwangerschaft allergische Symptome nach dem Genuss von Äpfeln oder Nüssen. Aus seiner Erfahrung wusste Willi Hennebrüder, dass alte Obstsorten für Allergiker verträglich sind. Ein Grund, warum alte Sorten verträglicher sind, liegt offenbar im Vorhandensein von Polyphenolen.

Alte Sorten haben mehr bioaktive Substanzen

Polyphenole sind bioaktive Substanzen, die in Pflanzen als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Polyphenole sind gesundheitsfördernd und einige wirken sogar antioxidativ. Bei neuen Apfelsorten ist der Anteil dieser Substanzen gering – sie wurden wegen des säuerlichen Geschmacks und der schnelleren Bräunung nach Anschnitt herausgezüchtet. Der BUND Lemgo hat im Zuge seiner Recherchen und mit Hilfe von Allergikern wie Christine Tippelt, die im Selbstversuch Sorten testete, verschiedene ausfindig gemacht – hier einige Beispiele: Altländer Pfannkuchenapfel, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette oder Roter Boskoop. Ungeeignet erwiesen sich (obwohl alt) Cox Orangenrenette und Golden Delicious.

Allergie-freier Apfelgenuss ist möglich

Christina Tippelt war am Anfang sehr skeptisch als es darum ging, Apfelsorten auszuprobieren. Im Selbstversuch kam sie glücklicherweise zu dem Ergebnis, dass sie Champagner Renette, Damasonrenette und Weißer Winterglockenapfel problemlos verzehren kann. Kein Jucken, keine Bläschen, kein Ausschlag. Und dass es eindeutig an der Sorte und nicht daran liegt, dass die Apfel aus der biologischen Landwirtschaft beim BUND-Lemgo stammen, wusste die zweifache Mutter, da sie vorher auch schon Bio-Obst getestet hatte.

Datenbank mit verträglichen Sorten wächst

Die Datenbank mit allergie-freien Apfelsorten wächst. Allergiker können der BUND-Ortsgruppe per E-Mail melden, welche ungespritzten Apfelsorten im Bio-Anbau sie vertragen und welche nicht. Die Angaben werden in eine Datei übernommen, die allen Betroffenen zur Verfügung steht. Unterstützt wird das Projekt vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. Aber Achtung: bevor Sie als starker Allergiker einen Selbstversuch starten – besprechen Sie das unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt! Mit Allergien ist letztlich nicht zu spaßen – aber es ist vielleicht trotzdem möglich allergie-frei genussvoll in einen Apfel zu beißen.

Quelle: Bund Lemgo

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