Die richtige Kleidung: worauf Allergiker sollten

Julia Maurer 4. Januar 2016 0
Die richtige Kleidung: worauf Allergiker sollten

Dass auch Kleidung Allergene enthalten kann, ist vielen Allergikern gar nicht bewusst. Umgekehrt kann es auch passieren, dass eine Allergie erst durch bestimmte Inhaltsstoffe in Bekleidung ausgelöst wird und dadurch auch bekannt wird.

Allergene werden zumeist in Lebensmitteln und Putzmitteln erwartet. Doch zunehmend geraten auch andre Produkte des alltäglichen Lebens in das Visier der Allergologen. Schuld daran sind weniger die Grundbestandteile selbst als die bei der Verarbeitung zugefügten Stoffe. Das gilt auch für Bekleidung.

In der Regel stehen hier die Kontaktallergien im Vordergrund. Je nach Allergen und Schwere der Allergie kann es beim Kontakt mit dem Allergen in der Kleidung zu Jucken und Hautrötungen bis zu nässenden Ekzemen kommen (Textildermatitis), im schlimmeren Fall sogar zu Atemwegs- und Kreislaufbeschwerden.

So vermeiden Sie Allergene in der Kleidung

Die Allergene in Kleidung können in drei Gruppen zusammengefasst werden:

  • Grundmaterialien: Je nach Allergie sind natürlich bestimmte Textilien und Materialien grundsätzlich tabu, etwa Schurwolle (zum Beispiel bei Pullover, Handschuhen) oder Naturfedern (zum Beispiel die mit Daunen gefüllte Winterjacke).
  • Zusatzstoffe: Hier bergen vor allem Farbstoffe, Schwermetalle und Gerbstoffe allergisches Potenzial. Bei den Farbstoffen sind es vor allem die Azo-Farben. Aber auch Weichmacher und chemische Zusatzstoffe für Bügelfreiheit sorgen für Hautprobleme. Gerbstoffe und Schwermetalle belasten häufig Lederwaren (Schuhe, Jacken, Gürtel).
  • Applikationen: Für Nickelallergiker sind hier besonders Knöpfe, Nieten, Schnallen und Reißverschlüsse gefährlich. Manchmal genügt es aber bereits, wenn das kritische Teil an der Kleidungsinnenseite mit Nagellack, einem Pflaster oder einem aufgenähten Stück Stoff entschärft wird. Auch Applikationen aus Leder können allergische Reaktionen auslösen, wie oben bereits beschrieben. Ein weiterer Risikofaktor sind Pelz- und Federapplikationen.
  • Je nach bekannter Allergie sollten Sie deshalb grundsätzlich darauf achten, wo das Allergen in dem Bekleidungsstück auftreten könnte und wie intensiv der Kontakt damit wahrscheinlich sein wird. Bei einer Nickelallergie kann zum Beispiel ein Jeansknopf bedenklich sein, wenn ständiger Hautkontakt besteht. Ein auf der Innenseite durch Stoff abgedeckter Reißverschluss dürfte dagegen weniger problematisch sein.

    Grundsätzlich empfiehlt es sich, gezielt nachzufragen, notfalls auch beim Hersteller, und im Zweifelsfall lieber auf das Kleidungsstück zu verzichten oder auf eine helle, besser ungefärbte Variante auszuweichen. Als Alternative bietet sich Kleidung an, die ausdrücklich für Allergiker geeignet ist und keine Allergene enthält. Während die Prüfsiegel „Toxproof“ und „Oeko-Tex Standard 100“ nur bedingt Allergenfreiheit bieten, können Sie dem Prüfsiegel der Fördergemeinschaft körperverträgliche Textilien durchaus vertrauen.


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