Omega-3-Fettsäuren: Hilfreich bei Allergien?

Dr. Silvia Nold
Omega-3-Fettsäuren: Hilfreich bei Allergien?

Neueren Forschungen zufolge scheint der Verzehr von Fleisch einen wesentlichen Anteil an der Herausbildung von Allergien zu haben. Besonders in den Fokus der Betrachtungen rücken dabei die Arachidonsäure und deren Gegenspieler in Form von Omega-3-Fettsäuren.

Arachidonsäure ist eine Omega-6-Fettsäure, die dem Körper im Rahmen der Ernährung im Wesentlichen über Fleisch und Eier zugeführt wird. Diese Arachidonsäure ist gewissermaßen ein Rohstoff für Entzündungsvorgänge und -mediatoren. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Reduzierung der Arachidonsäure-Aufnahme auch die entzündlichen Prozesse bei Rheuma verringert.

Weiterhin hat man festgestellt, dass Omega-3-Fettsäuren, also mehrfach ungesättigte Fettsäuren, mit Arachidonsäure konkurrieren und somit deren Verstoffwechslung verringern, somit auch die Produktion von Entzündungsbotenstoffen.

Omega-3-Fettsäuren gegen Allergien

Da nun andererseits auch ein enger Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und der Verschlimmerung von Allergien besteht, könnten sich hieraus wichtige Erkenntnisse für die Behandlung von Allergien ergeben.

Eine weitere Prämisse ergibt sich aus der Erkenntnis, dass die Ernährung während der Schwangerschaft das Allergie-Risiko des Kindes beeinflussen kann. Auch hier sind es wieder die Omega-3-Fettsäuren, die das Risiko offensichtlich mindern. Ungesättigte Fettsäuren verbessern offensichtlich die Darmdurchlässigkeit des Darms und damit die Entwicklung des Immunsystems.

Insbesondere aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wird Allergikern deshalb empfohlen, vermehrt Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen, etwa durch den Verzehr von fetten Kaltwasser(Meeres-)fischen wie Hering, Lachs, Makrele und Sardine. Weitere Quellen für Alpha-Linolensäure, eine wichtige Omega-3-Fettsäure, sind Leinöl und Schwarznesselöl. Für die Küche können zum Beispiel Pflanzenöle aus Raps, Nüssen und Leinsamen verwendet werden. Schalentiere eignen sich ebenfalls, allerdings sind hier, ebenso wie bei den genannten Ölen, auch entsprechende Allergien zu berücksichtigen. Eine weitere pflanzliche Quelle für Omega-3-Fettsäuren sind Sojaprodukte wie Tofu. Als optimal wird dabei eine arachidonsäurearme ovo-lacto-vegetabile Kost mit zusätzlich mindestens drei Fischmahlzeiten wöchentlich angesehen.

Dies erspart auch eine Ersatzzufuhr über Omega-3-Zusatzpräparate, etwa Fischölkapseln, Nahrungsergänzungsmittel und „angereicherte“ Lebensmittel. Denn auch bei den ungesättigten Fettsäuren gilt: Zuviel schadet. Bei einer Überdosierung drohen hoher Cholesterinspiegel, erhöhte Blutungsneigung und bei älteren Menschen eine Schwächung der Immunabwehr.


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