Wohngifte: stiller Krankmacher?

Julia Maurer 10. Oktober 2016 0
Wohngifte: stiller Krankmacher?

Wenn Kopfschmerzen und Übelkeit offensichtlich nur in bestimmten Räumlichkeiten auftreten, liegt der Verdacht nahe, dass diese Beschwerden durch sogenannte Wohngifte ausgelöst werden. Es handelt sich dabei um Schadstoffe, die zum Beispiel aus Bodenbelägen, Möbeln und anderen Dingen ausströmen.

Dass Lacke, Farben und Holzschutzmittel, etwa für Gartenzäune, oder auch Teppichkleber die Gesundheit gefährden können, hat man bereits vor vielen Jahren entdeckt. Die Industrie hat entsprechend darauf reagiert und weniger schädliche Substanzen entwickelt. Dennoch klagen immer wieder Menschen über Übelkeit und dumpfe oder stechende Kopfschmerzen, wenn sie sich in bestimmten Räumen aufhalten. Es können aber auch Haut- und Atemwegsirritationen auftreten.

Besonders heftig werden solche Beschwerden in Räumen, die renoviert oder neu möbliert wurden der in denen neue Auslegware verlegt worden ist. Weitere Übeltäter sind neue Elektronikgeräte wie Fernseher oder PC, aber auch Kunststoffprodukte. Fatal ist, dass manche Schadstoffe noch nicht einmal durch einen typischen Geruch erkennbar sind.

Lassen Sie neue Möbel einige Wochen ausdünsten

Viele industriell hergestellte Produkte dünsten einen Chemiecocktail aus, der sich schnell und deutlich bemerkbar auf das Wohlbefinden auswirkt. Manche dieser Substanzen sind nicht nur kurzfristig unangenehm, sondern sogar extrem gesundheitsgefährdend. Dazu gehören u.a. Lösemittelfreisetzungen, die sich meist innerhalb einiger Tage oder Wochen verflüchtigen. Neue Möbel sollten Sie etwa zwei bis vier Wochen in einem Raum auslüften lassen, den Sie nicht zum Schlafen nutzen.

Daneben gibt es aber auch schwerflüchtige Schadstoffe, die sich jahre- und sogar jahrzehntelang halten. Hierzu gehören auch Holzschutzmittel, PCB und PAK.

Doch nicht nur die Industrie sorgt für Gifte in der Luft. Ein ganz besonderer Feind kommt aus den Wänden, nämlich in Form des Schwarzschimmels. Seine Sporen befinden sich ebenfalls in der Atemluft der befallenen Räume und sorgen für Atembeschwerden, Kratzen im Hals und Husten. Wer den Sporen längere Zeit ausgesetzt ist, riskiert sogar Asthma. Sofern Sie in Ihrer Wohnung Schwarzschimmel feststellen oder auch nur einen solchen Verdacht haben, sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen, der das Problem professionell beseitigt. Auf keinen Fall sollten Sie an den schimmligen Stellen kratzen und schaben, da die Sporen so noch mehr in der Luft verteilt werden.

Kopfschmerzen und andere Beschwerden durch Wohngifte sollten Sie nicht einfach ignorieren. Versuchen Sie deshalb, die Quellen für die Schadstoffe zu identifizieren und setzen Sie sich nicht unnötig solchen Belastungen aus.


Schreiben Sie Ihre Meinung »

*