Nasentropfen – Segen oder Gefahr?

Julia Maurer 1. Oktober 2018 Kommentare deaktiviert für Nasentropfen – Segen oder Gefahr?
Nasentropfen – Segen oder Gefahr?

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Zu den häufigsten allergischen Reaktionen gehören Schwellungen der Nasenschleimhäute. Hier helfen Nasentropfen schnell und unkompliziert. Sie lindern die Reizungen und lassen den Allergie-Patienten wieder befreit aufatmen. Deshalb werden sie auch gerne zur Behandlung von Allergien eingesetzt. Doch der schnelle Griff zu den Nasentropfen lässt eines schnell vergessen: Aus einer Gewohnheit wird leicht eine Abhängigkeit. Doch darüber informieren Ärzte selten.

Die Zahlen sind erschreckend: In Deutschland sind schätzungsweise 100.000 Menschen abhängig von Nasentropfen. Und die meisten wissen es noch nicht einmal. Denn ob die Nasenschleimhautprobleme von der Allergie herrühren oder von dem Medikament selbst, können Allergie-Patienten selten unterscheiden. Doch der Weg von der ersten Behandlung mit Nasentropfen bis zur Abhängigkeit ist typisch für jede Suchtform: Aus der gelegentlichen Anwendung wird eine Gewohnheit, diese wird immer häufiger, und schließlich geht es nicht mehr ohne. Der schnelle Griff zum Nasentropfenfläschchen und Angstzustände, wenn es nicht griffbereit oder fast leer ist, sind typische Anzeichen für eine fortgeschrittene Abhängigkeit.

Nach bereits 7-10 Tagen wird es gefährlich

Die Abhängigkeit entsteht schneller, als man vielleicht glauben möchte. Wenn Sie über einen Zeitraum von etwa einer bis anderthalb Wochen Nasentropfen oder Nasenspray anwenden, ist bereits eine Gewöhnung erfolgt. Der Körper braucht „mehr Stoff“ für die gleiche Wirkung. Danach ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Nasentropfen-Sucht.

Und es kommt noch schlimmer: Die Schleimhäute trocknen aus, was die Atmung zusätzlich erschwert. Im schlimmsten Fall werden sie sogar irreversibel geschädigt.

Diese Nebenwirkungen finden Sie auch auf den Packungsbeilagen beschrieben, aber das Kleingedruckte liest man ja selten. Hier sollten Ärzte und Apotheker sehr viel eindringlicher informieren und mahnen. Denn insbesondere bei der Behandlung einer Allergie muss man davon ausgehen, dass die Nasentropfen häufiger gebraucht werden. Ganz wichtig ist dabei auch der Hinweis auf die Körperreaktionen: Um die Nasenschleimhäute abschwellen zu lassen, wird deren Blutzufuhr kurzfristig verringert. Anschließend werden sie wieder etwas kräftiger durchblutet, wodurch sie auch etwas anschwellen. Genau an diese Punkt sollte der Patient nun der Versuchung wiederstehen, nachzutropfen.

Homöopathische Nasentropfen oder kochsalzarme Nasentropfen sind möglicherweise eine gute Alternative zu chemischen Produkten und bergen angeblich kein Sucht-Potenzial. Sie ändern jedoch nichts an den eben beschriebenen körperlichen Abläufen.

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