Neue Mücken- und Stechfliegenarten auf dem Vormarsch

Julia Maurer 30. Juli 2018 0
Neue Mücken- und Stechfliegenarten auf dem Vormarsch

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Die zunehmende Globalisierung und der Klimawandel bringen leider auch Probleme mit sich, die das Ökosystem und die Gesundheit der Menschen belasten. Es tauchen zunehmend neue Mücken- und Stechfliegenarten auf, die vorher in anderen Ländern beheimatet waren und die man allenfalls aus dem Urlaub oder aus Medienberichten kannte. Es stellt sich die Frage, ob eine Impfung sinnvoll und möglich ist. Dagegen können Mittel gegen Heuschnupfen hilfreich sein.

Die Forscher registrieren vermehrt exotische Mücken- und Stechfliegenarten insbesondere in Süddeutschland und angrenzenden Regionen. Ursachen dafür gibt es viele: Manche kommen als unfreiwillige Reisebegleiter aus dem Urlaub oder mit Frachtgut mit, andere schwärmen regelrecht aus und suchen sich neue, klimatisch geeignete Lebensräume. Dass letzteres gelingt, wird nicht zuletzt auch dem Klimawandel zugeschrieben. Insbesondere wärmeres Klima und hohe Feuchtigkeit durch Überschwemmungen bietet den Exoten ideale Lebensbedingungen.

Dies ist allerdings nicht nur ein ökologisches Problem. Denn viele Stechmücken übertragen gefährliche Krankheiten wie Dengue-Fieber, Malaria oder den Zikavirus. Um entsprechenden Krankheitsausbrüchen vorzubeugen, wurde der Mückenatlas ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein kartografisches Register über Vorkommen und Häufigkeit einheimischer und exotischer Stechmücken. Viele Bürger helfen als Mückenjäger mit und senden eingefangene Objekte an die Wissenschaftler. Zu den neuen Plagegeistern gehören u.a. die Asiatische Buschmücke und die Asiatische Tigermücke, aber auch Kriebelmücken und Sandmücken. Letztere übertragen beispielsweise Leishmaniose und den Toskanavirus.

Allergische Reaktionen durch Mückenstiche und -bisse

Neben der Übertragung von Krankheiten können die Bisse und Stiche der Insekten bei empfindlichen Menschen aber auch allergische Reaktionen auslösen. Hierzu gehören vor allem starke Schwellungen und Juckreiz an den Einstich- oder Bissstellen, gelegentlich auch Blutergüsse. Bei der Kriebelmücke sind es nur die weiblichen Exemplare, die auch Menschen anzapfen. Sie stechen allerdings nicht, sondern beißen zunächst eine kleine Wunde, die sie dann aussaugen. Ihr Speichelcocktail in Verbindung mit dem ausgeschütteten Histamin des Gewebes sorgt dann für den Juckreiz bis hin zur allergischen Reaktion.

Eine prophylaktische Impfung gegen die exotischen Krankheiten ist derzeit noch nicht empfohlen. Bei allergischen Reaktionen, etwa nach dem Biss einer Kriebelmücke, helfen Allergiemittel aus der Apotheke, um die schmerzhaften Schwellungen zu behandeln, gegebenenfalls auch eine cortisonhaltige Creme. Bei mehreren Stichen kann auch ein Antihistaminikum sinnvoll sein, um Kreislaufprobleme infolge der allergischen Reaktionen zu vermeiden, etwa Tabletten gegen Heuschnupfen. Bei besonders großen Schwellungen empfiehlt sich eine allergologische Blutuntersuchung.

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