Chlor bei Neurodermitis meiden

Dr. Nina Hasiwa 3. September 2018 Kommentare deaktiviert für Chlor bei Neurodermitis meiden
Chlor bei Neurodermitis meiden

Bildrechte: 186086098 / Davizro Photography / bigstockphoto

Chlor wird vor allem in Schwimmbädern zur Desinfektion und Entkeimung eingesetzt. Diese Art Reinhaltung von Schwimmbädern ist seit Jahrzehnten bewährt, führt jedoch oft zu gesundheitlichen Belastungen. Bei Chlor handelt es sich um ein äußerst effektives, aber für den Menschen relativ gut verträgliches Zellgift. Zwar ist Chlor grundsätzlich nicht gefährlich, dennoch reagieren viele Menschen entweder allergisch oder mit unangenehmen Hautirritationen auf den Einsatz des Stoffes.

Chlor und die Haut

Die Haut wird durch Chlor stark ausgelaugt, sie entfettet und verliert an Elastizität. Mehr noch, empfindliche Rötungen, Schwellungen oder ein starkes Brennen sind bei Kontakt keine Seltenheit. Wer öfters ein Schwimm- oder Freibad besucht, kennt gewiss den nicht sonderlich angenehmen Geruch, den die eigene Haut annimmt. Darum empfiehlt sich in jedem Fall ausführliches Abduschen. Auch Eincremen ist absolut sinnvoll, vor allem fettende Salben und Lotionen haben einen guten Effekt auf die beanspruchte Haut, sie mindern zudem den manchmal lang anhaltenden Geruch nachhaltig.

Chlor für die Haare

Auch die Haare werden durch Chlor strapaziert und sollten mit einer Schwimmkappe aus Gummi geschützt werden oder aber direkt nach dem Kontakt mit einem wirksamen Shampoo gründlich ausgespült werden. Längeres Haar lässt sich auch hochstecken.

Chlor in den Augen

Abzuraten ist auch von langem Tauchen im Chlorwasser. Die Augen werden über Gebühr gereizt und es kann zu Rötungen und Schwellungen kommen. Auch Bindehautentzündungen sind nach einem Hallenbadbesuch keine Seltenheit. Man kann sich aber durchaus mit einer Schwimm- beziehungsweise Taucherbrille schützen.

Chlor und Neurodermitis

Wer besonders empfindliche Haut hat und etwa unter Neurodermitis oder Schuppenflechte leidet, sollte darüber hinaus gechlorte Bäder generell meiden und im Sommer lieber an echten Badeseen schwimmen gehen. Mag deren Wasserqualität vielleicht in manchen Fällen nicht so gut sein – reizendes Chlor findet sich dort auf keinen Fall! Nicht selten klagen die Betroffenen nach einem Freibadbesuch über starken Juckreiz oder sogar über Entzündungen und offene Stellen. Der anschließende Juckreiz kann zur großen Belastung werden. Bereits bestehende Wunden können sich weiter verstärken, das Abspülen mit Wasser bringt oft keine Entlastung.

Alternativen

Einige Freibäder werden mittlerweile mit einer schonenden Ozonanlage desinfiziert. Freilich ist das teurer und noch nicht sehr verbreitet. Genauere Auskunft erteilen die Gesundheitsämter vor Ort und natürlich die Schwimmhalle oder das Freibad selbst. Solche Anlagen werden ausgebaut und dürften in nächster Zeit an immer mehr Standorten zu finden sein.

Kommentare zu diesem Thema beendet.