Leder als Risiko bei Neurodermitis

Mag. Dina Elmani 5. November 2018 Kommentare deaktiviert für Leder als Risiko bei Neurodermitis
Leder als Risiko bei Neurodermitis

Bildrechte: 259334/izanoza/bigstockphoto.com

Niemand möchte im Winter kalte Finger haben und was ist da eleganter, als im Stile der großen Divas, wie Audrey Hepburn oder Jacky Kennedy, zu schicken Lederhandschuhen zu greifen. Ein weiterer Vorteil: Lederhandschuhe sind weitgehend ein Naturprodukt – sollte man zumindest denken. Leider wird Leder heute aufgrund der hohen Verarbeitungskosten längst nicht mehr als reines Naturprodukt hergestellt. Im Gegenteil – die Stoffe, die bei Gerbverfahren hergestellt werden reizen die Haut nicht nur von Neurodermitispatienten empfindlich.

Künstlich gegerbtes Leder reizt die Haut

Vor allem Stoffe die zum Gerben eingesetzt werden, allen voran Chromstoffe, sind besonders reizende, aggressive Stoffe, die sogar unter dem Verdacht stehen Krebs auslösend zu sein. Bei empfindlicher Haut, zum Beispiel bei einer Allergie oder Neurodermitis, lösen die chromgegerbten Handschuhe außerdem starken Juckreiz und eine Verschlimmerung der Symptome aus. Leider geben Hersteller die verwendeten Gerbstoffe nur selten auf dem Etikett der Handschuhe an.

Pflanzliches Gerbverfahren besser für sensible Haut

Wer warme Hände im Winter möchte, sollte daher bei Lederhandschuhen unbedingt nach pflanzlich gegerbten Materialien fragen. Diese sind zwar in der Regel teurer durch die höhere Verarbeitung, aber sie sind garantiert besser geeignet bei sensibler Haut. Auch die Stoffe, die zur Konservierung des Leders genutzt werden, sind oft hoch reizend, beziehungsweise zum Teil selbst allergieauslösend. Bei der Konservierung werden außerdem vielfach Chlorphenole und Chlorkresole aus der umstrittenen Gruppe der halogenorganischen Verbindungen eingesetzt.

Alternativen zu Leder

Menschen, die an einer Allergie oder Neurodermitis leiden, sollten beim Kauf von Lederprodukten die Augen offen halten oder zu Alternativen greifen. Eine Möglichkeit sind dabei die so genannten neusämischen Gerbverfahren, die zum Beispiel bei chromfrei gegerbten Veloursledern eingesetzt werden. Eine andere Alternative sind festgestrickte Wollhandschuhe oder Handschuhe aus Vliesstoffen. Aber auch hier sollten die Materialien auf künstliche Farbstoffe kontrolliert werden, um Hautreizungen zu vermeiden. Grundsätzlich gilt, je weniger künstliche Stoffe in der Verarbeitung eingesetzt werden, desto hautfreundlicher sind die Materialien.

Kommentare zu diesem Thema beendet.