Penicillin-Allergie

Ina Doering
Penicillin-Allergie

Mit dem Begriff “Penicillin-Allergie” sind allergische Reaktionen sowohl gegen Penicillin als auch gegen weitere Antibiotika gemeint. Während in der Medizin das Problem der Penicillin-Allergie differenzierter betrachtet wird, klagt insgesamt etwa jeder 10. Patient über allergische Beschwerden in Zusammenhang mit Antibiotika. Nun ist Penicillin nicht gleich Penicillin und es gibt viele verschiedene Arten von Medikamenten und Gruppen von Antibiotika. Besonders gefährlich für Allergiker sind die Stoffe Penicillin, Amoxicillin, Propicillin, Oxacillin, Dicloxacillin, Flucloxacillin, Mezlocillin, Apalcillin, Azlocillin und Temocillin für Allergiker.

Symptome bei Penicillin-Allergie

Die Penicillin-Allergie ist mit 20 – 55 Prozent die häufigste Medikamentenallergie überhaupt. Unter den allergischen Reaktionen auf Antibiotika nimmt Penicillin mit bis zu 90 Prozent den ersten Platz ein. Leider gibt es noch keine wirkliche Alternative für eine rasche Behandlung von Patienten mit einer bakteriellen Infektion, so dass auch weiterhin noch mit allergischen Beschwerden vom Sofort- bis zum verzögerten Typ zu rechnen ist. Die verzögerten Reaktionen können bis zwei Wochen, in Extremfällen sogar bis zu vier Wochen, nach Einnahme des Medikamentes auftreten. Angefangen von Rötungen, Pusteln und Quaddelbildung bis hin zu Ödemen, Fieber, Übelkeit, geschwollenen Lymphknoten und dem anaphylaktischen Schock sind viele bekannte Symptome vertreten.

Epikutan- bis Provokationstest

Wenn auch der Soforttyp bei der Penicillin-Allergie überwiegt, treten am häufigsten allergische Reaktionen vom verzögerten Typ bei Amoxicillin auf. Der anaphylaktische Schock ist zwar auch beim verzögerten Typ möglich – praktisch jedoch findet er sich überwiegend beim Soforttyp. Die Stärke der Reaktion auf Penicillin steigt nicht mit der verabreichten Menge. Oral genommene Antibiotika scheinen deutlich besser vertragen zu werden als gespritzte Medikamente. Getestet werden kann die Penicillin-Allergie vom Soforttyp mit dem Pricktest Und im Anschluss mit einem RAST- oder Intrakutantest. Für den verzögerten Typ eignet sich der Epikutantest, der Intrakutantest oder der Lymphozytentransformationstest. Helfen all diese Hauttests nicht, kann man unter dem Vorbehalt eines guten körperlichen Befindens einen Provokationstest veranlassen.

In schweren Fällen werden Antihistaminika oder Cortison verabreicht. Bei leichteren Reaktionen, vor allem wenn nicht gleich ein Arzt greifbar ist, empfehlen sich die üblichen Hausmittel gegen allergische Beschwerden wie Wasser, Salz und andere Mineralien in Form von Getränken. Ein kurzes Bad im Meer (nicht in warmem Badewasser!) kann dabei ebenfalls Wunder wirken.

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